Am 10.3. um 19 Uhr stellt
Prof. Dr. Kurtenbach
in Kiel im Kulturspeicher (Wall 47/51, Landesbibliothek)
das Buch „Kinder – Minderheit ohne Schutz“
von Aladin El-Mafaalani, Sebastian Kurtenbach und Klaus Peter Strohmeier vor und diskutiert Lösungsansätze mit Expert*innen aus der Bildungslandschaft in Schleswig-Holstein sowie dem Publikum. Für die Podiumsdiskussion konnten wir Lenara Sanders von den Bücherpiraten und Carlotta Weyhenmeyer von der Regionalen Entwicklungsagentur für kommunales Bildungsmanagement Nord (REAB Nord) gewinnen.
Die Kinder von heute sind die Gesellschaft von morgen. Für eine funktionierende und lebenswerte Gesellschaft der Zukunft braucht es eine kindgerechte Gesellschaft im Jetzt. Wir müssen – im Denken und im Handeln – die Kinder ins Zentrum von politischer Planung und gesellschaftlicher Gestaltung rücken. Denn das Hier und Heute ist nicht kindgerecht, wie Aladin El-Mafaalani, Sebastian Kurtenbach und Klaus Peter Strohmeier in ihrem Bestseller „Kinder – Minderheit ohne Schutz“ aufzeigen.
In Deutschland gibt es doppelt so viele Sechzigjährige wie Sechsjährige. Kinder sind eine Minderheit, die wenig bis gar nicht repräsentiert ist in gesellschaftlichen Debatten und bei politischen Entscheidungen. Wie die Autoren zeigen, ist Kindheit heute superdivers, fragmentiert sowie geprägt von Pandemie, Krieg und Klimakollaps. Die Erwachsenen blicken auf die Sicherung der Gegenwart, die Kinder sehen eine ungewisse Zukunft mit Dauerkrisen in einer immer weniger funktionierenden Gesellschaft.
Vielen Familien fehlt es zudem an Zeit und Erfahrung, um Kindern die notwendigen Fähigkeiten für eine gelingende Zukunft zu vermitteln. Von Kita und Schule wird erwartet, diese Aufgabe übernehmen. Zugleich zeigen Bildungsstudien einen Abwärtstrend; so ergab z.B. IGLU 2021 die schlechteste Lesekompetenz seit der ersten Untersuchung im Jahr 2001. Im Jahr 2021 konnten 25% der Kinder am Ende der 4. Klasse Texte nicht sinnverstehend lesen.
In einer sich verändernden Gesellschaft im Dauerkrisenmodus mit knappen Kassen und Fachkräftemangel sind Bildungseinrichtungen bereits unter Dauerstress. Die Autoren regen daher an, dass z.B. Schulen sich innerhalb ihres Sozialraums mit weiteren Akteur*innen wie etwa lokalen Vereinen oder Initiativen zusammentun. Dabei könnten sich Menschen aus älteren Generationen einbringen und daran mitwirken, die Kinder für eine lebenswerte Zukunft fit zu machen.
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