Es bedarf eine Sicherstellung für den Freiwilligen-Jahrgang 2024/25. Der jetzige Haushaltsbeschluss des Bundes reicht nicht aus.

Es bedarf eine Sicherstellung für den Freiwilligen-Jahrgang 2024/25. Der jetzige Haushaltsbeschluss des Bundes reicht nicht aus.

Die Zukunft der Freiwilligendienstplätze ist immer noch unsicher

Gemeinsam haben wir uns in den vergangenen Monaten für die Rücknahme der geplanten Kürzungen stark gemacht – mit Erfolg, denn auf der neuerlichen Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses des Bundestages am 18. Januar 2024 wurde der Haushaltsentwurf 2024 bestätigt. Die geplanten Kürzungen für die Freiwilligendienste wurden zurückgenommen. Das ist wunderbar!
Doch leider gibt es ein großes ABER: Es sind lediglich vier Monate im kommenden Freiwilligendienst-Jahrgang finanziell gesichert, die Monate September- Dezember 2024.
Grund dafür ist die fehlende “Verpflichtungsermächtigung” für die Fortschreibung der Förderung im Folgejahr 2025. 
Der Freiwilligendienst ist ein überjähriges Programm. Deshalb ist weiterhin offen, wie die Finanzierung der Freiwilligendienstmonate ab Januar 2025 für die restlichen 8 Monate aussehen soll.
Die Zukunft der Freiwilligendienstplätze ist immer noch unsicher. Wenn in den nächsten Tagen keine “Verpflichtungsermächtigung” ergänzt wird, dann gibt es zwangsläufig weniger Einsatzplätze für einen Freiwilligendienst.
Wir freuen uns sehr, dass die Kürzungen 2024 zurückgenommen wurden. Wir fordern und brauchen allerdings JETZT eine Zusage für 2025! Es bedarf eine Sicherstellung für den Freiwilligen-Jahrgang 2024/25. Der jetzige Haushaltsbeschluss reicht dafür nicht aus!
freiwilligendienststärken versprechenhalten

 

Was ist eine „Verpflichtungsermächtigung“?

Das ist ein Wort mit dem Finanzpolitiker*innen sagen, dass Geld für das nächste Kalenderjahr eingeplant werden darf. Normalerweise wird der Bundeshaushalt jedes Jahr für das folgende Kalenderjahr beschlossen. Der Staat darf nur das Geld ausgeben, dass in diesem Bundeshaushalt eingeplant ist. Damit aber auch Projekte finanziert werden können, die länger als ein Kalenderjahr dauern, gibt es die „Verpflichtungsermächtigung“. Das heißt der Bundestag beschließt, dass die Verwaltung schon Verpflichtungen für das folgende Jahr eingehen darf. So darf zum Beispiel, das Ministerium für Familie Frauen Jugend und Senioren, das das Geld für den Freiwilligendienst verwaltet, 2024 schon sagen, 2025 können wir genauso viele Freiwillige fördern, weil wir dafür eine „Verpflichtungsermächtigung“ haben. Wir können also die Förderung der Begleitstrukturen für die Freiwilligendienstleistenden, die in diesem Jahr ihren Dienst aufgenommen haben, auch im folgenden Kalenderjahr finanzieren, in dem sie  den Dienst abschließen werden

 

Was bedeutet eine fehlende Verpflichtungsermächtigung für den Träger, die Einsatzstellen und die Freiwilligen?

 

 

Demonstration gegen die bevorstehenden Kürzungen im Freiwilligendienst

Demonstration gegen die bevorstehenden Kürzungen im Freiwilligendienst

Mit Musik, Trommeln und kreativen Schildern demonstrierten am 10.Oktober rund 250 Menschen gegen die bevorstehenden Bundeshaushaltskürzungen der Freiwilligendienste. Auch die LKJ SH war als Träger vor Ort. Eine Kürzung bedeutet, dass die Freiwilligendienste- egal ob ein kulturelles, politisches, sportliches oder ökologisches FSJ – durch fehlende finanzielle Unterstützung eingeschränkt werden müssten. Das ist ein Verlust für unsere Gesellschaft.

Freiwillige* sind eine Bereicherung für die Einrichtungen, in denen sie tätig werden und spielen auch eine wichtige Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Der NDR hat die Demonstration begleitet. Hier geht’s zum Radiobeitrag. 

 

Geplante Kürzungen der Bundesförderung bedrohen rund 50 Prozent der Plätze im FSJ Kultur und Bildung ab 2024/25.

Geplante Kürzungen der Bundesförderung bedrohen rund 50 Prozent der Plätze im FSJ Kultur und Bildung ab 2024/25.

Die Zukunft der Freiwilligendienste über den Jahrgang 2023/24 hinaus gefährdet. Die Bundesregierung will die Förderung der Freiwilligendienste um etwa 23% kürzen. Die Trägerorganisationen wie die LKJ SH e.V. aber auch die Wohlfahrtsverbände als Träger im FSJ, kämpfen schon länger mit massiven Kostensteigerungen für die Begleitseminare und die Fachkräfte. Und das bei mehr als 10 Jahren gleichbleibenden Fördersätzen. Nun ist mit den angestrebten Kürzungen ein Punkt erreicht, der das Fortbestehen der Freiwilligendienste in ihrer jetzigen Form massiv gefährdet.

Da die Förderung der Freiwilligendienste im Kalenderjahr 2024 um 23 Prozent gekürzt werden soll, allerdings der Freiwilligenjahrgang 2023/24 noch im bisherigen Umfang gefördert werden soll, müssen alle Einsparungen in den ersten Monaten des Freiwilligenjahrgangs 2024/25 erbracht werden. So kommt es dazu, dass die geplante Kürzung von 23 Prozent im Kalenderjahr 2024 im Freiwilligenjahrgang 24/25 zu einem Abbau von rund 50 Prozent der Stellen führen würde, da für diese die Begleitstruktur nicht mehr finanziert werden könnte.

Die Freiwilligendienste leisten seit vielen Jahren einen wichtigen Beitrag für die Einsatzstellen, für Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und das kulturelle Leben in Schleswig-Holstein. Daher setzen wir uns als LKJ SH e.V. gemeinsam mit dem Landesarbeitskreis der Freiwilligendienstträger für eine Anpassung der Förderung im Land und gegen die Kürzungen im Bund ein.

“Die geplanten Kürzungen rauben jungen Menschen eine großartige Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren und Selbstwirksamkeitserfahrungen zu machen. Ohne mein FSJ hätte ich nicht zu meinem Studiengang gefunden. Ich wünsche mir, dass möglichst viele junge Menschen diese Chance wahrnehmen können.” 

Edith, Freiwillige im FSJ Kultur 2023

Weitere Informationen

Was kann ich machen?

Bitte unterstützen Sie uns dabei, indem Sie beispielsweise die politischen Vertreter*innen aus ihrem Wahlkreis auf das Thema ansprechen oder schreiben sie an den Finanzminister. Denn wir hoffen, dass auch im September 2024 wieder viele junge Menschen ihren Freiwilligendienst beginnen können. 

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