Weihnachtspause 2025
Nach einem bewegten Jahr 2025 macht das Team der LKJ SH e.V. Weihnachtspause vom 22. Dezember bis 2. Januar. Ab 5. Januar sind wir zurück. Wir wünschen allen frohe Feiertage und einen guten Start ins Jahr 2026 !

Nach einem bewegten Jahr 2025 macht das Team der LKJ SH e.V. Weihnachtspause vom 22. Dezember bis 2. Januar. Ab 5. Januar sind wir zurück. Wir wünschen allen frohe Feiertage und einen guten Start ins Jahr 2026 !

Rendsburg, 5. September – Die Auftaktveranstaltung der Freiwilligendienste Kultur und Bildung in Schleswig-Holstein im Hohen Arsenal markiert den feierlichen Start für etwa 130 junge Menschen, die sich in den kommenden 12 Monaten in über 120 Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie in politischen Organisationen engagieren werden.
Die Freiwilligen des vergangenen Jahres gestalten das kreative Bühnenprogramm. Dabei berichten auf kreative Weise über Erfahrungen, Lernmöglichkeiten und die positiven Wirkungen des freiwilligen Engagements auf die Teilnehmenden sowie auf die Kultur- und Bildungslandschaft Schleswig-Holsteins.
Swantje Ehrens Projektleiterin Freiwilligendienste bei der LKJ SH: „Bei der Auftaktveranstaltung wird immer wieder besonders deutlich, wie das freiwillige Engagement die jungen Menschen und unsere Kultur- und Bildungslandschaft stärkt. Wir freuen uns darauf, viele motivierte Persönlichkeiten willkommen zu heißen, die sich freiwillig engagieren und gemeinsam Zukunft gestalten.“
Weitere Informationen:
Für angekündigte Journalistinnen und Journalisten stehen vor Ort Ansprechpartnerinnen/Ansprechpartner bereit. Medienvertreter sind herzlich eingeladen, ausgewählte Freiwillige und Projekte kennenzulernen und Hintergrundgespräche zu führen.
Weitere Informationen zu den Freiwilligendiensten Kultur und Bildung und der Arbeit der LKJ SH e.V.: Swantje Ehrens, 04331-1349416, ehrens@lkj-sh.de
Pressemitteilung als pdf
Am 27. September trafen sich über 30 Theaterpädagog*innen aus ganz Schleswig-Holstein in der Theaterschule Flensburg zum zweiten Vernetzungstreffen der Szene. In einem vielfältigen Programm tauschten sie sich aus und erhielten vielfältige Impulse für die eigene Arbeit.
Unter dem Titel „Gametheater“ gestaltete Malte Andritter eine interaktive Performance. In dieser setzte er Game-Logiken – also die Regeln und Logiken nach denen Computerspiele und komplexe analoge Brettspiele funktionieren – ein. Die „Zuschauer*innen“, die sich zu ihm auf die Bühne wagten und so zu „Spieler*innen“ wurden, mussten diese Regeln entdecken, um schließlich den Experten-Vortrag auslösen zu können. In diesem wurden dann auch die Eindrücke aus dem vorangegangenen Gametheater reflektiert.



Andritter war bereits auf der Bühne, die er mit verschiedenen Requisiten vorbereitet hatte, als das „Publikum“ den Saal betrat. Das Publikum erwartete einen Impuls zum Thema „Gametheater“. Die Interaktion zwischen Malte Andritter als Schauspieler und Gamedesigner sowie dem Publikum bzw. den Spieler*innen entsponn sich langsam. Einer von vielen spannenden Aspekten war, wie lange die Personen im Publikum brauchten, um aus ihrer angenommenen Rolle als Zuschauer*innen in die Rolle der interagierenden Spieler*innen zu wechseln. Als Spieler*innen gingen sie mit auf die Bühne und versuchten die Rätsel, die die Handlung voran brachten, zu lösen. Dabei mussten sie ähnlich einem Escape-Room Informationen auf der Bühne sammeln und kombinieren. Die Lösungen lösten dann wiederum Aktionen des Schauspielers aus. In einem zweiten Teil gewannen die Spielenden Zugriff auf eine Taschenlampe, die als „Controller“ für den Schauspieler genutzt werden konnte, mit der er an den Platz gelenkt werden konnte, der den finalen Teil auslöste. In diesem wechselte Malte Andritter dann aus der Schauspieler-/Gamecharakter-Rolle, in die Rolle des Experten. Er erläuterte kurz verschiedene Spiel-Formate und Spieler*innen-Typen, die man beim Entwickeln von interaktivem Gametheater sinnvollerweise im Kopf haben sollte. Außerdem berichtete er von seinen Erfahrungen mit der partizipativen Entwicklung von Game-Theater-Stücken bzw. Spielen gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen. Die Präsentation zum Vortrag finden Sie hier.
Der zweite Programmpunkt beinhaltete kurze Projektpräsentation von verschiedenen Theaterprojekten in ganz unterschiedlichen Kontexten und mit sehr verschiedenen Zielgruppen:



Um weiter in den Austausch zu kommen, schloss sich ein kurzes World-Café an, das dem thematischen Austausch in Kleingruppen diente (Lucie Morin). Nach der Mittagspause, in der sich viel vernetzt wurde, gab es für alle einen Bewegungsimpuls von Elisa Priester.
Die Themen für die Arbeitsgruppen am Nachmittag wurden gemeinsam festgelegt. Es gab zwei Runden mit jeweils maximal drei parallel laufenden Arbeitsgruppen.
In der ersten Arbeitsgruppenrunde probierte eine Gruppe eine praktische Übung von Malte Andritter zur Verbindung von Theater und Spielmechaniken aus. Anschließend tauschten die Teilnehmenden dann Lieblingsübungen und Lieblingsmethoden für unterschiedliche Situationen in ihrer Arbeit als Theaterpädagog*innen aus. Parallel dazu arbeitete eine Gruppe zur Schnittmenge von Theaterpädagogik und politischer Bildung bzw. Demokratiepädagogik. Jan Ivers leitete die Gruppe mit einer Übung des kreativen Schreibens zum genannten Thema ein. Denise von Schön-Angerer leitete die anschließende Diskussion. Sie berichtete zudem von ihren Erfahrungen aus der theaterpädagogischen Arbeit in Chemnitz und im Erzgebirge, wo sie bis 2021 tätig war. Dort konnte sie in Kooperationsprojekten mit Schulen die gesellschaftliche Diskursverschiebung hin zu demokratiefeindlichen Haltungen über mehr als zehn Jahre beobachten. Es entspann sich eine fruchtbare und in Teilen auch emotionale Diskussion zur Frage, wie die Theaterpädagogik demokratiestärkende Kraft entfalten kann. Es wurde beschlossen, die Diskussion in einer Arbeitsgruppe weiter zu führen.
In der zweiten Arbeitsgruppenphase wurde parallel an drei verschiedenen Themen gearbeitet. So gab es noch mal eine Gruppe, die praktische Methoden austauschte (Stella Burr). Eine zweite Gruppe „Mentale Gesundheit“ lotete die Möglichkeiten aus, mit theaterpädagogischen Methoden Herausforderungen im Bereich der mentalen Gesundheit zu bearbeiten (Sylva Jürgensen). Eine dritte Gruppe befasste sich schließlich mit der „Lobbyarbeit für Theaterpädagogik“ (Folke Witten-Nierade, Liane Jasulke).
In der Arbeitsgruppe „Mentale Gesundheit“ wurde diskutiert, wie sich die gegenwärtigen Lebensbedingungen auf die körperliche und seelische Entwicklung von Kindern auswirken und wie die theaterpädagogische Arbeit darauf reagieren kann. Auch die Bedingungen während der Pandemie (aufgrund des Abstandsgebots und Maskentragens) wurden besprochen, da viele Kinder im Grundschulalter Schwierigkeiten haben in Kontakt zu gehen und Emotionen mimisch zu dekodieren. Wir kamen überein, dass die Theaterpädagogik Räume kreiert, in denen Kontakt gefördert und ein Zugang zu Emotionen und deren Ausdruck ermöglicht wird. Dies wird auch im Sinne einer „gesunden Gesellschaft“ dringend benötigt.
In der Gruppe „Lobbyarbeit“ wurde deutlich, dass es nicht den einen (Berufs-)Verband für die Theaterpädagog*innen in Schleswig-Holstein gibt. Es existieren aber verschiedene Verbände, wie die LAG Spiel & Theater e.V., der fdk sh e.V., die LKJ SH e.V., die Netzwerke der Kulturvermittler*innen, die sich alle in Schleswig-Holstein auch für Theaterpädagogik einsetzen. Die genannten Netzwerke und Vereine waren auch bei diesem Treffen vertreten und haben sich vorgenommen, sich in Zukunft stärker abzustimmen und gemeinsam für eine bessere Sichtbarkeit der professionellen Theaterpädagogik bzw. Pädagogik der Darstellenden Künste einzusetzen. Ein weiterer Akteur, der auch immer wieder erwähnt wurde, ist der Bundesverband der Theaterpädagoginnen e.V. (BuT). Aktuell scheint es aber keine Regionalgruppe des BuT zu geben.
Das 3. Treffen der Theaterpädagogik Schleswig-Holstein findet am 7. November 2025 in Kiel statt.
Unter allen Teilnehmenden herrschte Einigkeit, dass es 2025 das dritte Treffen der Theaterpädagog*innen Schleswig-Holstein geben soll. Als Termin wurde Freitag, der 7. November 2025, festgelegt und die Kolleg*innen aus Kiel haben sich bereit erklärt das Treffen auszurichten. Interessierte können sich gerne schon für einen Einladungsverteiler bei der LKJ SH e.V. oder der LAG Spiel & Theater melden.
Das Treffen der Theaterpädagog*innen Schleswig-Holstein wurde gemeinsam von der LAG Spiel & Theater e.V., der Theaterschule Flensburg gGmbH und der LKJ SH e.V vorbereitet.
Finanziell unterstützt wurde die Veranstaltung durch eine Förderung des Ministeriums für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur.

Pressetext
Rendsburg, 11. September 2024
Auftaktveranstaltung der Freiwilligendienste Kultur & Bildung: Ein gelungener Start in ein neues Freiwilligenjahr
Zum Start des neuen Freiwilligenjahres veranstaltete die Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Schleswig-Holstein e.V. (LKJ SH e.V.) am Donnerstag, den 5. September, für 125 junge Menschen, die ihren Freiwilligendienst in den Bereichen Kultur, Politik und Schule beginnen, sowie ihre über 100 Einsatzstellen aus ganz Schleswig-Holstein eine feierliche Auftaktveranstaltung im Hohen Arsenal in Rendsburg.
Neben den neuen Freiwilligen sowie ihren Begleiter*innen aus den Einsatzstellen, haben auch jugendpolitische Sprecher*innen aus den Landtagsfraktionen und Mitarbeitende des Landes Schleswig-Holstein teilgenommen.
Die anderthalbstündige Feier wurde traditionell von ehemaligen Freiwilligen gestaltet, die gerade ihren Freiwilligendienst abgeschlossen haben. Sie kreierten ein vielfältiges, kreatives und informatives Bühnenprogramm, das aufzeigte, wie sehr ein Freiwilligendienst sowohl persönlich bereichernd als auch gesellschaftlich relevant ist.
„Es war eine wirklich schöne Veranstaltung. Sie hat deutlich gezeigt: Die neuen Freiwilligen erwartet ein Jahr voller Kreativität, Möglichkeiten sich in spannen Berufsfeldern auszuprobieren und sich selbst besser kennenzulernen. Sehr bedauerlich ist jedoch, dass wir in diesem Jahrgang im Vergleich zum Vorjahr 15 Plätze weniger anbieten konnten, obwohl das Interesse bei jungen Menschen und Einsatzstellen unverändert hoch ist. Verantwortlich dafür sind Kürzungen der Förderung im Bundeshaushalt.“ berichtet Dr. Christian Schmidt-Rost, Geschäftsführer der LKJ SH e.V. Wie auch im vergangenen Jahr wurden die Feierlichkeiten daher von Gesprächen über die Kürzungen und die steigenden, nicht gegenfinanzierten Kosten begleitet.
Die LKJ SH e.V. koordiniert die Freiwilligendienste Kultur & Bildung in Schleswig-Holstein, unter denen die Formate FSJ Kultur und FSJ Politik sowie der Bundesfreiwilligendienst an Schulen zusammengefasst sind. Die Mitarbeitenden der LKJ SH e.V. führen das gesetzlich verpflichtende begleitende Bildungsprogramm für die Freiwilligen durch und begleiten die Freiwilligen sowie ihre Einsatzstellen vom Bewerbungsprozess bis zum Abschluss des Jahres.
Weitere Informationen zum FSJ Kultur, FSJ Politik und FSJ Schule: https://lkj-sh.de/freiwilligendienst-kultur-bildung-startseite/
https://anmelden.freiwilligendienste-kultur-bildung.de/platzsuche
TikTok macht immer wieder Schlagzeilen: Sei es in Bezug auf den schlechten Datenschutz, die Verbreitung von Fake News oder die engen Filterblasen, in die Menschen hineingeraten können. Zugleich sind viele Jugendliche und auch Erwachsene begeistert von den Möglichkeiten, die die Plattform bietet. Wenn wir Lebensweltorientierung und medienpädagogische Verantwortung ernst nehmen, müssen wir uns in der außerschulischen Arbeit mit Jugendlichen mit der Plattform auseinandersetzen.
Deshalb freuen wir uns, dass wir Anfang 2025 die Fortbildungsreihe „The TikTok Challenge“ anbieten können. Als Referentin konnten wir Nele Hirsch von ebildungslabor gewinnen. Das Projekt wird finanziell gefördert vom Offenen Kanal Schleswig-Holstein und dem Digitalministerium des Landes SH. Weitere Informationen zum Angebot folgen demnächst. Wenn Sie weitere Informationen zum TikTok Challenge und als erste den Anmeldelink erhalten wollen, tragen Sie bitte Ihre Kontaktdaten in das Formular unten ein.
Sehr geehrte Frau Landtagspräsidentin,
sehr geehrte Damen und Herren Landtagsabgeordnete,
sehr geehrte Staatssekretärin Dr. Stenke,
sehr geehrter Staatssekretär Wendt,
sehr geehrter Staatssekretär Albig,
liebe alle, die Sie bereit sind, sich für die ganztägige Förderung von Grundschulkindern einzusetzen,
wir freuen uns sehr, Sie heute zur gemeinsamen Abendveranstaltung im Schleswig-Holsteinischen Landeshaus begrüßen zu dürfen, obwohl die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Herren ein EM-Spiel bestreitet. Der heutige Abend ist ein besonderer, weil er von über 20 Verbänden, Organisationen und Netzwerken aus verschiedenen Feldern gemeinsam erdacht wurde und somit eher nicht in klassische Veranstaltungsraster passt. Sie fragen sich vermutlich:
Gerne möchte ich Ihnen diese drei Fragen kurz beantworten.
Lassen Sie mich mit der für mich einfachsten Frage beginnen.
Es sind zwei zentrale Gründe: Erstens, Ganztag kann sich für die außerschulische kulturelle Bildung in Schleswig-Holstein zu einer Chance oder einer Bedrohung entwickeln. Wir wollen es so mitgestalten, dass es eine Chance wird. Zweitens, als LKJ SH sind wir es gewohnt in heterogenen Bündnissen zu arbeiten. Denn wir sind das Dach der verschiedenen Spartenverbände und landesweit aktiven Organisationen der kulturellen Bildung. Von außerschulischen Bildungsstätten über Filmpädagogik, Literatur & Leseförderung, Kunst und Musik in allen erdenklichen Variationen, Spielmobil-Arbeit, Tanz, Theater bis zu Zirkus ist alles dabei. Durch diesen bunten Strauß haben wir gelernt auch zwischen auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Strukturen nach gemeinsamen Interessen zu suchen. Zudem tragen wir zwei Angebote, die nur in Bündnissen funktionieren: Die Koordination der Freiwilligendienste Kultur und Bildung und die Servicestelle „Kultur macht stark“ Schleswig-Holstein. Bei den Freiwilligendiensten müssen wir die Interessen von landesweit gut 130 Einsatzstellen aus den Bereichen Kultur, Politik und Schule, mit den Interessen der Freiwilligen, der Förderer und des bundesweiten Trägerverbunds in Einklang bringen. Die Servicestelle „Kultur macht stark“ Schleswig-Holstein berät Organisationen, die in einem Bündnis mit zwei weiteren Partnereinrichtungen beispielswiese Projekte der kulturellen Bildung im Ganztag mit Bundesmitten finanzieren wollen. Kristin König, die heute auch anwesend ist, berät Sie gerne dazu. Gemeinsam ist unseren Angeboten und den Angeboten unserer Mitglieder, dass diese nachweislich einen Beitrag zur Persönlichkeitsstärkung und zur Demokratiebildung der Teilnehmenden leisten. Zusammengefasst lautet die Antwort auf die erste Frage, auf der inhaltlichen Ebene: Die Ausgestaltung des Rechtsanspruchs ist für die Szene der kulturellen Bildung ebenso wie für die Kinder in Schleswig-Holstein wichtig. Auf der organisatorischen Ebene: Wir von der LKJ sind Profis für partizipative Koordination heterogener Gruppen und das Gestalten von kreativen Prozessen und Lösungen. Wie gut sie darin sind, haben bei der Vorbereitung dieses Abends ganz besonders Kristin König, Lena Patent und Jörg Walter-Thurm gezeigt. Dafür möchte ich ihnen ganz herzlich danken.
Zur zweiten Frage:
Die gesetzliche Verankerung des Anspruchs auf ganztägige Förderung von Kindern im Grundschulalter im Herbst 2021 hat in vielen Bereichen, die mit Grundschulkindern arbeiten, ambivalente Gefühle ausgelöst. Sport, Kulturelle Bildung, Jugendverbandsarbeit war bewusst: Dieses Gesetz hat das Potential, das eigene Feld grundlegend zu verändern. So wurden Fachtage veranstaltet und Positionspapiere geschrieben. Bald waren zwei Punkte klar: 1. Ohne die Wohlfahrtsorganisationen funktioniert kein Ganztagsangebot. 2. Wenn Kulturelle Bildung, Sport und Jugendverbandsarbeit eingebunden sind, wird Ganztag für die Kinder und Jugendlichen viel besser.
Anfang 2023 initiierten wir daher eine informelle Austauschrunde zum Ganztag mit Kultureller Bildung, Wohlfahrt, Sport und Jugendverbandsarbeit. Am Anfang ging es vor allem um den Informationsaustausch über den Prozess. In den regelmäßigen Videokonferenzen wuchs Vertrauen und ein Verständnis dafür, dass wir unterschiedliche Rollen im Ganztag übernehmen wollen, aber ein gemeinsames Ziel haben: Im Sinne der Kinder streben wir alle eine möglichst hohe Qualität des Ganztagsangebots überall in Schleswig-Holstein an. Was bedeutet das?
Qualität bedeutet für uns vom Kind aus gedacht: Jedes Kind kann unabhängig von der ökonomischen Situation seiner Eltern an der ganztätigen Förderung teilnehmen. Jedes Kind kann zu seinen Fachkräften Vertrauen aufbauen, weil diese langfristig im Ganztag arbeiten und entsprechend bezahlt werden. Jede Fachkraft im Ganztag ist nur für so viele Kinder zuständig, dass jedes Kind auch ruhige Momente für ein Gespräch mit seiner Vertrauensfachkraft haben kann. Jedes Kind erhält eine warme Mahlzeit in angenehmer Atmosphäre. Jedes Kind kann Rückzugs- und Ruheräume nutzen. Jedes Kind kann in Wahlangeboten aus Kultureller Bildung und Sport seine Interessen entwickeln und schärfen sowie Selbstwirksamkeit erfahren. Jedes Kind kann sich für die Hausgaben Hilfe holen. Jedes Kind kann im Rahmen von Wahlangeboten wie beispielsweise den Pfadfindern die Umgebung entdecken oder die Jugendfeuerwehr kennenlernen. Qualität bedeutet für uns außerdem, dass Kinder von halbwegs entspannten Eltern abgeholt werden, weil diese wissen, dass ihre Kinder an einem Ort sind, an dem sie sich wohlfühlen.
Daraus ergibt sich zusammenfassend auch: Um gleichwertige Lebensbedingungen in allen Landesteilen zu erreichen, müssen Rahmenbedingungen wie Betreuungsschlüssel, Mindestanforderungen an Räume und Personal ebenso wie der Anspruch auf Wahlangebote aus den Bereichen Sport und Kultureller Bildung sowie eine Anbindungsmöglichkeit für die Jugendverbandsarbeit im Landesrecht geregelt werden. Es versteht sich von selbst, dass dies auch mit einer gemeinsamen Finanzierung durch die verschiedenen Ebenen einhergehen muss.
Zur dritten Frage:
Wir wollen Ihnen, sehr geehrte Mitglieder des Landtags und der Landesregierung ebenso wie Ihnen geschätzten Vertreter*innen aus der kommunalen Familie, Mut machen. Mut, die ganztätige Förderung von Kindern bei den schwierigen Haushaltsberatungen hoch zu priorisieren und gemeinsam Strategien für einen erstklassigen Ganztag zu entwickeln. Denn eine qualitativ hochwertige ganztägige Förderung von Kindern im Grundschulalter hat nachweislich positive Effekte auf viele gesellschaftliche Bereiche wie Bildungsgerechtigkeit, Fachkräfte-Gewinnung, Integration, Armutsrisiko von Alleinerziehenden und Frauen im Alter sowie gesellschaftlicher Zusammenhalt, um nur einige zu nennen.
Auf den Punkt „gesellschaftlicher Zusammenhalt“ möchte ich zum Schluss meiner Redezeit noch kurz eingehen: Unsere Grundschulen sind mittlerweile die einzigen Orte, an denen Menschen aller Milieus aufeinandertreffen und zusammenarbeiten müssen. Deswegen kann ein Ganztagsangebot, das als sozialer Knotenpunkt gedacht und gelebt wird, die Wirkung eines Katalysators für gesellschaftlichen Zusammenhalt entfalten.
Wenn die Ganztagskoordination an der Schule ein Netz zu Sportvereinen, Musikschulen, Tanzschulen, Spielmannszügen, Theatern, Fab-Labs, Kommunalen Kultureinrichtungen, Jugendrotkreuz, Pfadfindern, Jugendfeuerwehr, DLRG und weiteren Akteuren knüpft, dann besteht die Chance, dass auch Kinder in Vereine und Organisationen hineinwachsen, die dort bisher nicht hingefunden hätten. Zugleich bietet es einen Ansatz für die Nachwuchsprobleme in vielen Organisationen und nimmt uns die Sorge vor dem Verlust der Grundschulkinder in den Angeboten. Weiter kann ein solches Konzept einen Beitrag leisten, das enorme Problem der Fachkräfte für den Ganztag zu entschärfen. Sicherlich kommt jetzt gleich der Einwand, dass viele dieser Angebote von Berufstätigen im Ehrenamt gemacht werden. Aber ich denke, wenn wir es wirklich wollen, ließen sich auch dafür kreative Lösungen finden. Wenn wir Ganztag nicht nur als Raum zum Abbau schulischer Defizite denken, sondern als einen sozialen Knotenpunkt, dann könnte er sich zu einem Win-Win-Win-Projekt für viele Gesellschaftsbereiche entwickeln.
In den vergangenen Wochen wird in allen möglichen Kontexten die KSV Holstein als Beispiel herangezogen, dass man es, trotz struktureller Nachteile, in die 1. Liga schaffen kann, wenn viele Engagierte, beharrlich, mit ambitionierten Zielen, einem guten Konzept und viel Teamgeist zusammenarbeiten. Für mich, der ich in den 1990er Jahren in einem vor sich hin bröselnden Holsteinstadion davon träumte, dass in der Stadt des THW und der Baltic Hurricanes Fußball überhaupt eine größere Rolle spielt, grenzt der Aufstieg von Holstein in die 1. Fußball Bundesliga an ein Wunder. Was ich damit aber sagen möchte: Heute scheint es noch schwer vorstellbar, dass der Ganztag in Schleswig-Holstein flächendeckend im bundesvergleich in der 1. Liga spielt. Aber wir können es hinbekommen, wenn wir uns jetzt alle gemeinsam – Land, Kommunen, Wohlfahrt, Sport, Jugendverbände, Kulturelle Bildung und Schule – aufmachen und ambitionierte Ziele formulieren sowie realistische Meilensteine für die nächsten zehn Jahre entwickeln. Dann können wir es wie Holstein Kiel auch in zehn Jahren von der dritten in die 1. Liga schaffen. Unsere Kinder, deren Eltern und die positiven Effekte auf viele weitere Politikfelder unseres Bundeslandes sollten es uns wert sein. In diesem Sinne wünsche ich uns allen einen inspirierenden und motivierenden Abend.
Text: Dr. Christian Schmidt-Rost
Kontakt:
LKJ SH – Landesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung Schleswig-Holstein e.V.
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Am 20. Dezember fand in Husum die erste von vier Regionalkonferenzen statt. Die kulturelle Bildung war durch die LKJ SH e.V. und den Landesverband der Musikschulen vertreten. Sehr deutlich hat die Veranstaltung vor Augen geführt wie viele Akteure für einen gelingenden Ganztag einbezogen werden müssen. So waren Schulleitungen, Lehrkräfte, das weitere im Ganztag pädagogisch tätige Personal, Schulträger, Durchführungsträger, Kooperationspartner des Ganztags, Schulaufsicht, Vorstandsvorsitzende der Landes- und Kreiselternbeiräte, Vertreterinnen und Vertreter der Schülerinnen und Schüler, der Gewerkschaften, aus Politik und Wissenschaft eingeladen und vertreten. Ziel des MBWFK sowie der ServiceAgentur Ganztägig Lernen, die die Veranstaltung im Auftrag konzipierte, war es insbesondere die lokale und regionale Expertise vor Ort zu nutzen, da dies lokalen Akteure die spezifischen Herausforderungen und Potenziale am besten kennen. Die Veranstaltung ermöglichte es allen Akteuren ihre Erfahrungen, ihr Wissen aus der Praxis und sowie darüberhinausgehende Ideen einzubringen. Ausgehend davon soll eine fundierte Diskussion über einen qualitativ guten kindgerechten Ganztag für Grundschülerinnen und Grundschüler geführt werden, die dann 2024 in ein Rahmenkonzept überführt wird, das landesweit wirken soll. Die Ergebnisse, die in einem mehrstufigen Gruppenarbeitsprozess zusammengetragen wurden, sind digital dokumentiert und können hier öffentlich eingesehen werden.
Aus Sicht der LKJ SH e.V. war es ein sehr gut strukturierte, sehr gut moderierte gelungene Veranstaltung, in der für die meisten relevanten inhaltlichen Themen zur Sprache kommen konnten.
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Mit mehr als 200 Menschen hat die LKJ SH e.V. den Beginn des Freiwilligenjahrgangs in feierlichem Rahmen im Hohen Arsenal in Rendsburg gefeiert. Eingeladen waren alle 135 neuen Freiwilligen sowie ihre Begleiter*innen aus den Einsatzstellen, die Jugendpolitischen Sprecher*innen aus den Landtagsfraktionen sowie Mitarbeitende des Landes Schleswig-Holstein.
Gestaltet wurde die anderthalbstündige Feier von ehemaligen Freiwilligen des Jahrgang 2022/23. Nach einem kurzen interaktiven Quiz und Grußworten von Staatssekretär Johannes Albig sowie der 2. Vorsitzenden der LKJ SH e.V. Anne Hermans zusammen mit Geschäftsführer Dr. Christian Schmidt-Rost, nahmen die Moderatoren Lennard und Linus die Gäste mit auf eine Reise durch das Freiwilligenjahr. In beeindruckend künstlerisch gestalteten Beiträgen ließen sie zentrale Erlebnisse, wie das Ankommen in der Einsatzstelle, die Seminare auf dem Scheersberg bis zum Abschied aus der Einsatzstelle, revuepassieren. Lotta (FSJ Schule), Christiane (FSJ Politik) und Luka (FSJ Kultur) stellten zudem ihre Projekte vor, die sie im Rahmen ihres Freiwilligendienstes selbständig umgesetzt hatten und ermutigten die Anwesenden kreative Lösungen zu finden: Auch wenn man bezüglich der Projektplanung spät dran ist, solle man nicht die Nerven verlieren. Judith , Evin , Achilleas und Linus sorgten für einen feierlichen musikalischen Rahmen.
Im Anschluss an die Feier konnten die Freiwilligen sich untereinander und ihre Bildungsreferent*innen der LKJ SH e.V. kennenlernen, die sie durch das Jahr begleiten. Für die Vertreter*innen der Einsatzstellen ergab sich die Möglichkeit sich untereinander zu vernetzen, oder noch ein selbstgemaltes Bild beim Wort-Bild-Transformator zu erhalten. Ehemalige Freiwillige betrieben den “Fruitimaten” und gestalteten Wunschmotive auf Postkarten. Verschiedene Gäste meldeten zurück, dass die Veranstaltung und das Rahmenprogramm der Freiwilligen rundum gelungen war und eine schöne Atmosphäre herrschte. Die kreativen und künstlerischen Ergebnisse aus dem letzten Jahr sowie die Talente der Freiwilligen wurden als sehrbeeindruckend wahrgenommen.
In den Gesprächen spielten leider auch immer wieder die angekündigten Kürzungen sowie die steigenden Kosten, die nicht gegenfinanziert sind, eine große Rolle. Denn die Veranstaltung hat gezeigt, was für eine große Chance die Freiwilligendienste Kultur und Bildung für die Einsatzstellen und für die jungen Menschen sind.
Kinder fürs Lesen begeistern – Das geht auf ganz verschiedene Weise. Das ist das Fazit des ersten „Tag zur Leseförderung.“ Auf Einladung des LesenetzSH präsentierten sieben Initiativen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin ihre jeweiligen Ansätze den etwa 50 Besucher:innnen im Literaturhaus Schleswig-Holstein in Kiel. Margit Ehbrecht berichtete von den Aktivitäten des Friedrich-Bödecker-Kreis SH e.V., der an vielen Orten landesweit Autorenbegegnungen für junge Menschen und Lesewettbewerbe wie das Türmelesen organisiert. Bärbel Lubert stellte den Büchereiverein Dietrichsdorf e.V. vor. Dieser hatte vor mehr als 10 Jahren die Stadtteilbibliothek gerettet und hält sie jetzt mit ganz viel ehrenamtlichen Engagement am Leben. Gesa Gilbert berichtete davon, wie sie gemeinsam mit anderen Engagierten im Kreis Plön eine neue MENTOR-Gruppe ins Leben gerufen hat. Ab dem kommenden Schulhalbjahr werden an verschiedenen Schulen im Kreis ehrenamtliche Mitarbeitende Kinder auf dem Weg zum Lesen begleiten. Regine Dürmeyer Kinder- und Jugendbuchkreis Kiel berichtete vom Lesezelt auf der Kieler Woche und vor allem aber auch von der Rezensionsgruppe, die jedes Jahr thematische Buchempfehlungslisten erarbeitet. Angelika Rau stellte ihre Initiative „Lesen – was sonst?!“ vor, in der sie Akteure in Eckernförde vernetzt, um in Kooperation mit Schulen mehr Kinder in Eckernförde für das Lesen zu begeistern. Alle genannten Initiativen freuen sich über Mitstreiter:innen. Die Kontaktdaten aller Vereine finden sie hier.
Lesen und Erzählen ist auf vielen Sprachen eine zentrale Kompetenz. Zwei Projekte haben zum Abschluss mehrsprachiges Material vorgestellt, das es ermöglicht, Leseförderung in die Familien zu tragen, bei denen die Eltern sich in anderen Sprachen als Deutsch sicherer sind. Andrea Ludorf, Geschäftsführerin des Kulturkaufhauseses Dussmann präsentierte eine Kooperation mit verschiedenen Kita-Trägern und Verlagen, die es ermöglicht hat, dass 12 bekannte Kinderbuchtitel in neun Sprachen produziert wurden. Diese werden nun von den Kitas für die Lese- und Sprachförderung eingesetzt, können aber auch im Buchhandel erworben werden. Schließlich begeisterte Anna Majert von der Initiative Coach@school mit dem blauen Lesekoffer. Dieser enthält mehrsprachige Kinderbücher. Ab diesem Schuljahr ist er auch an 15 Grundschulen in Schleswig-Holstein im Einsatz.
Die Mitarbeitenden des schleswig-holsteinischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Herr Alexander Kraft, Abteilungsleiter für Schule und Frau Verena Andel, Referatsleiterin für Kulturelle Bildung, betonten in ihrem unterhaltsamen dialogischen Grußwort die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen außerschulischen Initiativen und Schule und drückten auch im Namen von Ministerin Prien ihre Anerkennung für das vielfältige ehrenamtliche Engagement im Bereich der Leseförderung aus.
Charlotte Reimann und Dr. Christian Schmidt-Rost, die Initiatoren des LesenetzSH zeigten sich mit der zweiten Veranstaltung des Netzwerks sehr zufrieden. Charlotte Reimann betonte: „Der heutige Tag hat gezeigt, welches Potential in den verschiedenen ehrenamtlichen Initiativen steckt. Allerdings wurde auch immer wieder deutlich, dass diese mit etwas mehr hauptamtlicher Unterstützung noch wirksamer sein könnten.“ Dr. Christian Schmidt-Rost Geschäftsführer der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Schleswig-Holstein (LKJ SH e.V.) ergänzt: „Als LKJ SH sind wir sehr gerne das institutionelle Dach des LesenetzSH. Aber auch ich mache die Organisationsarbeit momentan fast nur ehrenamtlich. Mit einer Mitarbeiterin, die sich auf die Koordination des LesenetzSH konzentrieren kann und die Vereine bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt, könnte das LesenetzSH noch viel mehr Wirkung für die Lesekompetenz und Lesefreude der Kinder in Schleswig-Holstein entfalten.“
Das LesenetzSH ist ein loser Zusammenschluss von Einzelpersonen, Initiativen, Vereinen und Institutionen, die sich für die Kulturtechniken – Lesen, Schreiben, Erzählen – begeistern. Die Motive zur Mitwirkung und die jeweiligen Aktivitäten der Akteur*innen sind sehr unterschiedlich. Aber alle Mitwirkenden vereint, zweierlei: Erstens wir wollen die Begeisterung für das Lesen, Schreiben, Erzählen mit anderen Menschen teilen. Zweitens im Lesen, Schreiben und Erzählen sehen wir unabdingbare Grundkompetenzen für gesellschaftliche Teilhabe, die jeder Mensch erlenen können muss. Die Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Schleswig-Holstein LKJ SH e.V. stellt das institutionelle Dach für das LesenetzSH.

Hallo! Wir sind die Freiwilligenvertretung der LKJ SH vom Jahrgang 2022/23. Wir sind (auf dem Bild von links nach rechts): Reihe 1: Pia, Marit, Edith, Lotta. Reihe 2: Camilla, Toni, Sam. Nicht auf dem Bild: Milo
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